Cybermobbing: Kleine Klicks böse Folgen

SchülerInnen sind häufig Opfer von Cybermobbing, also der Belästigung oder Bloßstellung durch andere Personen im Internet. Rat und Hilfe bietet Bernhard Jungwirth von www.saferinternet.at an. „Das Internet macht die Leute nicht gemeiner oder böser“, meint er. Was Cybermobbing genannt wird, sind oft typische Hänseleien unter Jugendlichen, die früher im Pausenhof, jetzt hingegen im Internet ausgetragen werden.“ Was dabei oft nicht bedacht wird: Eine Kritzelei auf dem Schulklo wird von ein paar Dutzend Menschen gelesen – eine Verleumdung im Internet aber von Hunderten oder Tausenden.

Plattformen reagieren leider oft sehr „lasch“

Wichtig ist es, rasch zu handeln: „Je länger man wartet, desto höher die Gefahr, dass bereits ein großer Personenkreis etwa auf anzügliche Fotos zugegriffen hat“, sagt Jungwirth. Als ersten Schritt empfiehlt er die Konfrontation mit dem Täter: „Trotz allem den Kontakt aufnehmen und aufzeigen, dass sein Handeln strafbar ist. Vielleicht bringt ihn diese Drohgebärde zum Einlenken.“ Sollte dies nicht fruchten, dann bietet sich die Missbrauchs-Meldefunktion der sozialen Plattform an. „Wir sehen aber, dass diese Plattformen leider oft nicht reagieren“, sagt Jungwirth. Dann bleibt oft nur der Weg zum Internet-Ombudsmann, der die Betreiber zur Löschung der Inhalte drängt.

Auch ein Test der AK unter den vier großen sozialen Netzwerken facebook, MeinVZ, Netlog und Szene1 bestätigt, dass die Netzwerk-Betreiber oft lasch reagieren, wenn Ihnen Nutzer bedenkliche Inhalte melden. Die „Melde-Funktion“ ist meist leicht auffindbar. Doch bis die Betreiber die bedenklichen Inhalte löschten, vergingen teils mehrere Tage – und in manchen Fällen kam es zu überhaupt keiner Reaktion. „Teilweise wurden auch nur beanstandete Fotos entfernt, aber nicht die beleidigenden Kommentare dazu“, sagt Daniela Zimmer, Konsumentenschützerin der AK.

Schutz sozialer Netzwerke verbessern!

Hier muss sich dringend etwas ändern. Wer ohnehin schon Opfer von bösen Mobbing-Attacken geworden ist, soll nicht noch lange darum kämpfen müssen, dass diese Dinge wieder aus dem Netz verschwinden. Die Netzwerkbetreiber müssen hier mehr Verantwortung übernehmen. Die AK hat deshalb die EU-Kommission aufgefordert, etwas zu unternehmen, um den Schutz sozialer Netzwerke zu verbessern. Denn Löschungsrechte haben, heißt noch lange nicht auch Recht bekommen. Die großen Plattformbetreiber haben ihren Sitz in den USA. Wenn die die Kooperation verweigern, ist die Rechtsdurchsetzung schwierig.

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