Strom und Gas sind viel zu teuer
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Runter mit den Strom- und Gaspreisen!
Das fordert die AK aufgrund ihres aktuellen Energie-Preismonitorings (ohne Steuern und Netzkosten) vom April bei 14 Strom- und zwölf Gasanbietern. „Die Stromhändler kaufen Ökostrom seit Jänner günstiger ein, und außerdem ist auch der Strom-Großhandelspreis gesunken. Die Konsumenten müssen die Verbilligungen tatsächlich im Geldbörsel spüren“, kritisiert AK Energie-Experte Dominik Pezenka. „Die Preise müssen um insgesamt mindestens rund drei bis fünf Prozent fallen.“ Die AK drängt, dass ein neues Gesetz rasch kommt: Die Energieanbieter sollen beweisen müssen, dass der Preis sachlich gerechtfertigt ist. Die sogenannte Beweislastumkehr gab es bisher nicht.
Tipp
Vergleichen Sie die Preise mit dem Strom- und Gaspreis-Rechner. Sie können bei einem Anbieterwechsel jährlich bis zu 90 Euro bei Strom und 150 Euro bei Gas sparen. Überlegen Sie, Ihre Teilzahlungsbeträge an Ihren tatsächlichen Verbrauch und die höheren Preise anzupassen, um hohe Nachzahlungen bei der Jahresabrechnung zu vermeiden.
Neue Ökostrom-Förderung
Ab 1. Juli kommt eine neue Ökostrom-Förderung. Die bisherigen Ökostrom-Förderkosten werden nicht mehr durch die Energielieferanten über den Energiepreis eingehoben, sondern als Zuschlag zu den Netztarifen. Der reine Energiepreis muss billiger werden – sofort, ab 1. Juli, verlangt die AK. Es darf keinesfalls sein, dass die Konsumenten doppelt zahlen – den neuen Ökostrom-Zuschlag zu den Netztarifen und weiterhin den teureren Energiepreis.
Preissenkungen nicht weitergegeben
Mit 1. Jänner sind die Ökostrom-Verrechnungspreise gesunken. Einige Stromlieferanten haben ihre Energiepreise gesenkt: Die Unternehmen der Energieallianz (Wien Energie, EVN und Bewag) gingen Anfang Jänner dieses Jahres mit ihren Energiepreisen um 3,4 Prozent runter. Anfang Februar senkten die IKB und die TIWAG ihre Energiepreise (4,6 bzw. 4,8 Prozent) ebenso wie die Salzburg AG (2,8 Prozent). Anfang März verbilligte die VKW ihre Preise um 5,1 Prozent. Damit wurde zwar dem günstigeren Einkauf von Ökostrom Rechnung getragen, aber dem gesunkenen Strom-Großhandelspreis noch nicht. Denn die Stromhändler kauften nicht nur den Ökostrom im ersten Quartal dieses Jahres günstiger ein, auch der Strom-Großhandelspreis (ÖSPI) ist seit Anfang Jänner um 3,5 Prozent gefallen.
Wer die Strompreise gar nicht gesenkt hat
Einige Stromlieferanten haben ihre Preise nicht herabgesetzt: Verbund, Energie Klagenfurt, Kelag, Linz AG und Energie AG. Die Steweag-Steg und die Energie-Graz erhöhten Anfang Jänner sogar ihre Strompreise um 3,9 bzw. 3,8 Prozent – zwar erstmals seit Juli 2008, aber trotzdem zu einem falschen Zeitpunkt. Die Stromhändler müssen alle günstigen Preise vollständig an die Haushalte weitergeben – sowohl die gesunkenen Großhandelspreise als auch die gesunkenen Ökostrom-Einkaufspreise, fordert die AK.
Gas ist weiterhin zu teuer!
Auch das zeigt das aktuelle AK Energie-Preismonitoring. Der Gas-Großhandelspreis ist seit Jänner zwar gestiegen – die Preiserhöhungen für die Gas-Haushalte fallen aber weit höher aus. Steigende Großhandelspreise werden sofort oder viel zu hoch weiterverrechnet, sinkende gar nicht oder unzureichend. Das ist unfair. Im Jänner haben einige europäische Gas-Großabnehmer von ihrem Lieferanten, der Gazprom, einen kräftigen Rabatt erhalten. Österreichische Anbieter, die davon profitiert haben, müssen die Preisvorteile an die Konsumenten weitergeben.
Intransparente Preispolitik
Die russische Gazprom hat ihren europäischen Großabnehmern – auch ihren österreichischen – bereits Anfang Jänner 2012 einen einmaligen, kräftigen Rabatt gewährt – laut Medienberichten in der Höhe von rund 20 Prozent. Bis jetzt haben erst zwei Unternehmen, nämlich Wien Energie und EVN, den sogenannten „Gazprom-Rabatt“ als Bonuszahlungen in Form einer einmaligen Gutschrift an ihre HaushaltskundInnen weitergebeben (17,60 Euro bzw. 45,60 Euro). Auch alle anderen Anbieter, die einen Rabatt erhalten haben, sollen ihn sofort an ihre Konsumenten weitergeben. Wie hoch der Rabatt ist, sollen die Anbieter offenlegen – da die Preispolitik intransparent und für die Konsumenten nicht mehr nachvollziehbar ist, fordert die AK. Abhängig vom Gas-Arbeitspreis sollte die Vergünstigung für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 15.000 Kilowattstunden rund 30 Euro ausmachen.
Preisspirale dreht sich weiter nach oben
Das AK Energie-Preismonitoring zeigt: Nachdem die KonsumentInnen bereits im letzten Jahr mit massiven Gaspreiserhöhungen konfrontiert wurden, dreht sich die Preisspirale auch im ersten Quartal weiter nach oben: Am stärksten wurden die reinen Gasarbeitspreise im Jänner bei der Kelag und der Energie Klagenfurt erhöht (18,3 bzw. 12,6 Prozent) gefolgt von der TIGAS (7,06 Prozent). Im Februar hob die Salzburg AG ihre reinen Gasarbeitspreise zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres an – um 7,1 Prozent. Der Gas-Großhandelspreis ist in diesem Zeitraum zwar gestiegen – um 8,3 Prozent.
Mehrkosten von 124 Euro für den Durchschnittshaushalt
Die Preiserhöhungen wurden sofort und zum Teil überproportional überwälzt. Aber Preissenkungen werden gar nicht oder nur zögerlich weitergegeben. Damit haben innerhalb eines Jahres alle untersuchten Gas-Anbieter, bis auf den neuen Anbieter Goldgas, ihre reinen Gasarbeitspreise erhöht. Auf einen durchschnittlichen Gas-Haushalt (15.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch) kommen pro Jahr Mehrkosten von bis zu 124 Euro zu. Die Preispolitik geht massiv zulasten der Haushalte: Von den günstigen Einkaufspreisen an den Spotmärkten lukrieren die Industriekunden, die hohen, Ölpreis-gebundenen Gaspreise in den Langzeit-Verträgen werden auf die Konsumenten überwälzt, so die AK Kritik.
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