Sparen – Achtung vor Zins- und Spesenfallen!

Festgeld oder Kapitalsparbuch sind Sparformen, um einen einmaligen Betrag für eine bestimmte Laufzeit anzulegen. 19 Filial- und Online-Banken standen im April am AK Prüfstand: Wer sein Geld für zwölf Monate auf ein Kapitalsparbuch oder als Festgeld anlegt, hat annähernd die gleichen Zinsen. Vorsicht, wer sein Geld früher braucht und vorzeitig abhebt: Es fallen Strafzinsen und mitunter Spesen an.

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Beim Festgeld oder Kapitalsparbuch ist laufendes Sparen nicht möglich. Die Veranlagung von Festgeldern bieten vor allem Online-Banken den VerbraucherInnen an. Der Zinssatz über die gesamte Laufzeit ist fix. Die AK hat die Zinsen für Laufzeiten von drei bis 36 Monaten erhoben. Die Banken bieten auch andere Laufzeiten an. Es ist eine Mindesteinlage nötig.

Von den 19 getesteten Banken bieten 16 Festgeld für VerbraucherInnen an. Drei Banken tun das nur nach individueller Vereinbarung: Bank Austria, Erste Bank, Rlb NÖ Wien. In der Regel braucht man für die Abwicklung des Festgeldes ein weiteres Konto bei derselben Bank, etwa ein zusätzliches Giro- oder Sparkonto – das war bei zwölf Banken so. Bei vier Banken reicht ein Konto (bankdirekt.at, easybank, Erste Bank, Vakifbank).

Zinsen von 1,13 bis 2,60 %

Wer sein Geld für zwölf Monate binden möchte, kann mit Zinsen von 1,13 (Volksbank Wien) bis 2,60 Prozent (Porsche Bank) rechnen. Die Abrechnung der Zinsen ist unterschiedlich. Die Zinsen werden während oder am Ende der Laufzeit gutgeschrieben.

Bei sechs Banken gibt es Zinseszinsen: Vier schreiben die Zinsen während der Laufzeit gut, da gibt es einen Zinseszinsen-Effekt – Erste Bank, Deniz Bank, Generali Bank, Live Bank. Vakif Bank und Bank Austria zahlen die Zinsen jeweils jährlich aus, auch wenn das Geld länger veranlagt wäre. Ist es kürzer gebunden, gibt’s Zinsen nach dem Laufzeitende. Wer sein Geld vorzeitig abheben will, muss mit „Strafzinsen“ und eventuell mit Spesen rechnen. Bei einer Bank – Volksbank Wien – ist vorzeitiges Abheben vom Festgeld-Konto gar nicht möglich.

Wer einen Einmalbetrag auf ein Kapitalsparbuch legt, hat ebenfalls einen fixen Zinssatz über die gesamte Laufzeit. Die getesteten Laufzeiten gehen von sechs bis 36 Monaten. Es werden auch längere Bindungsfristen angeboten. Eine Mindesteinlage ist nötig.

19 Banken unter der Lupe

Von den 19 geprüften Banken bieten neun Filialbanken ein Kapitalsparbuch an. Wer sein Geld zwölf Monate binden möchte, kann mit Zinsen von 1,75 (Bawag Psk, zwei Prozent, wenn man Inhaber einer KontoBox ist) bis 2,50 Prozent (Deniz Bank) rechnen. Obwohl die Zinsen im Kapitalsparbuch nicht nachgetragen werden – wie sonst bei anderen Sparbüchern – gibt es trotzdem einen Zinseszinsen-Effekt. Das heißt, die Zinsen werden „im Hintergrund“ während der Laufzeit gutgeschrieben. Nur die WSK – Wiener Spar- und Kreditinstitut rechnet Kapitalsparbücher sogar monatlich ab. Wer vorzeitig abhebt, muss mit „Strafzinsen“ rechnen.

Zum Test: Die AK hat die Banken zu den Bedingungen per E-Mail befragt. Die Zinsen hat die AK vom AK Bankenrechner am 16. April erhoben.

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Was die Banken an Zinsen zahlen

Bei Festgeld und Kapitalsparbuch gibt es Zinsen von 1,13 bis 2,60 Prozent für eine Laufzeit von zwölf Monaten. Das zeigt ein AK Test des AK Bankenrechners bei 19 Filial- und Online-Banken vom 16. April. „Achtung, wer bei einer fix vereinbarten Laufzeit sein Geld vorzeitig abhebt, hat finanzielle Nachteile“, warnt AK Konsumentenschützerin Michaela Kollmann.

16 der 19 geprüften Banken bieten Festgeld für VerbraucherInnen an – das sind vor allem Online-Banken. Bank Austria, Erste Bank und Rlb NÖ Wien bieten Festgeld nur nach individueller Vereinbarung an.

Festgeld: Zinsen für zwölf-monatige Bindung

Quelle: www.ak-bankenrechner.at vom 16. April 2012

Bank Zinssatz Mindesteinlage
Porsche Bank 2,600 Prozent 5.000 Euro
Wiener Privatbank 2,550 Prozent 30.000 Euro
Deniz Bank 2,500 Prozent 1.000 Euro
Denzel Bank 2,500 Prozent 5.000 Euro
Live Bank 2,500 Prozent 5.000 Euro
Vakif Bank 2,500 Prozent 5.000 Euro
Generali Bank 2,300 Prozent 3.000 Euro
Autobank 2,070 Prozent 100 Euro
easybank 2,200 Prozent 7.100 Euro
direktanlage.at 2,150 Prozent 7.500 Euro
bankdirekt.at 2,000 Prozent 1.000 Euro
Ing Diba 1,900 Prozent 10.000 Euro
Volksbank Wien 1,130 Prozent 10.000 Euro

Neun der 19 überprüften Banken haben Kapitalsparbücher – Online-Banken meist nicht. Erste Bank und Bank Austria bieten Kapitalsparbücher mit kürzeren und längeren Laufzeiten an, aber nicht für zwölf Monate.

Kapitalsparbuch: Zinsen für zwölf-monatige Bindung

Quelle: www.ak-bankenrechner.at vom 16. April 2012

Bank Zinssatz Mindesteinlage
Deniz Bank 2,500 Prozent 1.000 Euro
Vakif Bank 2,500 Prozent 100 Euro
WSK Bank 2,300 Prozent 1.000 Euro
Volksbank Wien 2,000 Prozent 100 Euro
Hypo NÖ*) 2,000 – 2,125 Prozent 100 Euro
Rlb NÖ Wien 2,000 Prozent 100 Euro
Bawag Psk Wien**) 1,750 – 2,000 Prozent 100 Euro

*) höherer Zins für Neugeld und/oder Kunde mit Gehaltskonto
**) höherer Zins für Inhaber einer KontoBox

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Klare Infos für Sparer!

Die AK verlangt klare Informationen für die Sparer. Es braucht verpflichtende Produktinformationen für die KonsumentInnen. Nötig sind überdies klare gesetzliche Regeln für die Veranlagung in Festgeld, bisher gibt es sie nicht. Informationen über die Einlagensicherung müssen für die KonsumentInnen im Sparbuch auf einen Blick sichtbar sein.

Konkret verlangt die AK:

  • Klipp-und-Klar-Infos Es soll für jedes Versicherungs-, Spar- und Veranlagungsprodukt Klipp-und-Klar-Infos für die KundInnen geben. Sie sollen verpflichtend Produktinformationen über alle Eckpunkte erhalten, zum Beispiel Ertrag, Risiko oder Laufzeit.

  • Gesetzliche Regeln für Festgeld Die Veranlagung in Festgeld nimmt zu, da es vor allem Online-Banken anbieten. Für Festgeld gibt es keine gesetzlichen Regeln. Daher sollen die bestehenden Regelungen für Spareinlagen auch auf Festgelder gelten, verlangt die AK.

  • Infos über Einlagensicherung Bei Eröffnung eines Sparbuches sollen die wichtigsten konkreten Informationen über die Einlagensicherung in dem Sparbuch ersichtlich sein.

  • Sparprodukte sollen auch Sparprodukte sein Wo „Sparen“ draufsteht, müssen auch wirklich Sparbücher oder Sparkonten drinnen sein. Sparprodukte dürfen in der Werbung kein falsches „Mascherl“ tragen.
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